Wissenswertes zum Thema Blitzschutz



Auswirkungen - Blitzschäden vernichten Milliardenwerte

Gebäude können durch direkten und indirekten Blitzschlag Schaden erleiden. Direkte Blitzeinschläge treten seltener auf als indirekte, jedoch ist der Schaden in der Regel wesentlich höher. Es entstehen Brände (zündender Blitz) oder starke mechanische Schäden durch Auswirkung des Blitzstromes (nichtzündender Blitz). Sogar ein Blitzschlag in tausend Meter Entfernung kann noch fatale Folgen für die Elektronik haben.

Bei Computeranlagen können Ihre wichtigen Daten verloren gehen und Ihre Hardware zerstört werden. Ein häufiger Irrtum ist dabei, dass diese Schäden in jedem Fall von einer Versicherung getragen werden. Man unterliegt hier der Nachweispflicht und bei einem Blitzferneinschlag in die Stromversorgungsleitung bzw. bei einer induktiven Einkopplung (gegenseitige magnetische Beeinflussung zweier oder mehrerer räumlich benachbarter elektrischer Stromkreise durch den magnetischen Fluss) erkennt man diese nur an der oft verheerenden Auswirkung, deren Ursachen man kaum beweisen kann.


Moderner Blitzschutz – Sicherheit fürs Leben

Warum ist Blitzschutz wichtig?

Bis zu 40 Tage im Jahr gewittert es in Deutschland. In diesen wenigen Tagen zählt man in Deutschland über eine Million Blitzeinschläge, bei denen Schäden im dreistelligen Millionen Bereich auftreten.

Bei etwa 10 bis 20 Blitzeinschlägen pro Jahr werden unglücklicherweise sogar Menschen tödlich verletzt.

Vorsicht ist besser als Nachsicht

In der Industrie, bei Bürogebäuden, Sendeanlagen, Stromversorgungsanlagen der Energieversorger und Radarstationen ist der Schutz vor Blitzeinschlägen und Überspannungsschäden auf Grund der heutigen hohen und immer umfangreicher werdenden Technisierung unerlässlich, will man nicht die hohen Kosten oder gar den Totalausfall in Kauf nehmen.

Auch im Privathaushalt, wo jeder selbst für die Installation einer Blitzschutzanlage und somit für den Schutz seines Lebens und Eigentums verantwortlich ist, sollte sich jeder Gedanken über die Notwendigkeit von Blitzschutz machen. Denn in den meisten Privathaushalten gehört Unterhaltungselektronik und Computertechnik im Wert von mehreren tausend Euro ganz selbstverständlich zur Einrichtung. Fernseher, HiFi-Anlagen, Videorecorder und Computer sorgen für unsere tägliche Unterhaltung. Das Alltagsleben wird uns von Geräten mit Elektronik, wie Kühlschrank, Gefriertruhe, Waschmaschine oder Elektroherd erleichtert. Ein Blitzschlag wird teuer bezahlt, sind diese Geräte nicht geschützt!

Das A und O des Blitzschutzes ist die richtige Planung und Montage!

Bei der Planung und Montage einer Blitzschutzanlage – für neu entstehende Gebäude ebenso wie für die Nachrüstung von bestehenden Gebäuden – sind verschiedene Kriterien zu beachten:

  • eine gut geplante Blitzschutzanlage kostet nur ca. 0,5% der Bausumme
  • durch die Verwendung zeit- und kostensparender Bauteile und Arbeitsabläufe werden die Planung, Ausführung und Abrechnung für Sie optimiert
  • absolute Werterhaltung durch Einsetzen von korrosionsbeständigen, rostfreien Materialien (Edelstahl, Aluminium und Kupfer)
  • schnelle und fachgerechte Montage durch multifunktionale Systembauteile
  • Reduzierung späterer Wartungsarbeiten auf ein Minimum

Gesetzlicher Blitzschutz

Für besonders gefährdete Gebäude, wie Kirchen, Versammlungsstätten, die chemische Industrie, ebenso wie für öffentliche Gebäude ist Blitzschutz gesetzlich vorgeschrieben, denn die Sicherheit liegt hier im Interesse der Öffentlichkeit.


Steckbrief eines Blitzes



Wie entsteht ein Gewitter
Es gibt kaum ein anderes Naturschauspiel, welches die Menschen so eindrucksvoll fasziniert und verängstigt, wie ein Gewitter mit zuckenden Blitzen und ohrenbetäubenden Donnerschlägen.

Drei Dinge braucht der Blitz
Viel Feuchtigkeit, eine labile Schichtung der Atmosphäre sowie Kräfte, welche die Luftmassen in größere Höhen verfrachten. In den obersten Etagen der Wolke kühlt die Luft ab, wird dadurch schwerer und stürzt mit den Abwinden hinunter, während an anderen Stellen Aufwinde weiter warme Luft nach oben befördern.

Heller als eine halbe Million Glühbirnen
Jetzt ist das Reifestadium erreicht: Bei der komplizierten Ladungsverteilung und einem Spannungsgefälle von bis zu 40 Mio. V/m kann die Luft, die bekanntlich ein guter Isolator ist, Funkenüberschläge zum Ladungsausgleich nicht mehr verhindern. Auf zickzackförmigen Bahnen arbeiten sich die Entladungskanäle ruckweise gegenüber dem Widerstand der Luft vor, bis es zum atmosphärischen Kurzschluss kommt. Der Vorgang spielt sich im Bruchteil von Sekunden mehrmals ab – daher das typische Flimmern der Blitze – und mit zum Teil unvorstellbar hohen Geschwindigkeiten.

Der Blitztunnel
Was der Betrachter mit bloßem Auge nicht erkennen kann, ist die Tatsache, dass vom Einschlagpunkt eines Blitzes, sich ein Leitkanal in Richtung der Gewitterwolke entwickelt und der Blitz sich in diesem unsichtbaren Leitkanal entlädt.

Hier funkt`s
Der Ausgangspunkt des Leitkanals entsteht durch baulich exponierte Stellen, welche bei Gebäuden der First bzw. die Dachkanten sein können oder die Antennenanlage, der Kamin, sowie das Rauchgasrohr eines Kamins bzw. Dunstrohre für Entlüftungsanlagen. Ferner sind alle metallischen Dachaufbauten in zweierlei Hinsicht besonders gefährdet. Zum einen stellen solche metallische Leiter wie Klimaanlagen, (SAT-) Antennenanlagen usw. besonders exponierte Stellen für einen direkten Blitzeinschlag dar und zum Zweiten sind diese metallischen Systeme häufig mit wichtigen Versorgungsanlagen wie Computerzentrale, Messtechnik unter anderem verbunden.



Äußerer Blitzschutz

Wie bei einem faradayschen Käfig sorgt eine Ableitungsanlage mit Fangstangen und meist maschenförmig verlegten Fangleitungen auf dem Dach eines Gebäudes im Fall der Fälle dafür, dass der Blitz gefahrlos in den Erdboden geleitet wird. Gerade bei Neubauten hat der Bauherr die Möglichkeit, Kosten zu sparen, wenn er die Erdungsanlage und die entsprechenden Anschlussfahnen der Blitzschutzanlage für die spätere Installation zugänglich macht.



1. Firstbügel
2. Multi-Klemme
3. Erdungsrohrschelle
4. Fangstange
5. Stangenhalter
6. Dachleitungshalter
7. Rohrschelle
8. KS-Klemme einfach
9. Dachrinnenklemme
10. Schneefanggitter-Klemme
11. Wandleitungshalter
12. Regenrohrschelle
13. Funkenstrecke
14. Trenn-Klemme flach/rund
15. Flachbandhalter
16. Isolierung
17. Falzklemme
18. Blitzableiter-Draht
19. Fundamenterder/Blitzschutzerder
20. Diagonal-Kreuz-Klemme
21. Bandstahlhalter


Isolierter Blitzschutz

In den letzten Jahren hat der Einsatz von elektronisch gesteuerten Geräten in Dachaufbauten, wie z.B. Klimageräte, Lüftungseinrichtungen und Kanäle, Solar-, Photovoltaikanlagen, Metallkamine, sowie Richtfunk- und Mobilfunkantennen stark zugenommen.

Diese Entwicklung erfordert neben dem herkömmlichen Überspannungsschutz zusätzliche, praxisbewährte Maßnahmen in Form von isolierten Blitzschutzanlagen, um Direkteinschläge zu vermeiden.

Grundsätzlich wird unterschieden zwischen isolierten und teilisolierten Blitzschutzsystemen.
Am häufigsten kommen teilisolierte Blitzschutzanlagen zur Anwendung. Dabei wird nach der bekannten Maschenmethode eine Auffangeinrichtung installiert und der Bereich von Dachaufbauten zusätzlich mit isolierten Fangeinrichtungen versehen.


Innerer Blitzschutz

Der Innere Blitzschutz stellt sämtliche Maßnahmen zur Verhinderung von Schäden an metallischen Installationen und elektrischen, sowie elektronischen Anlagen im Bereich der baulichen Anlage durch Blitzstrom und seiner elektrischen und elektromagnetischen Felder.

Er umfasst auch sämtliche Maßnahmen zur Vermeidung von Spannungsunterschieden durch Einbeziehen sämtlicher metallischer Konstruktionen innerhalb des Objektes in den Blitzschutz-Potentialausgleich.

Entstehung von Überspannungen

Durch atmosphärische Entladungen entstehen in elektrischen Installationen und Anlagen Überspannungen, die direkte oder indirekte Einkopplungen im Versorgungsnetz zur Folge haben. Auch durch Verbraucher oder Schalthandlungen im Netz können Überspannungen hervorgerufen werden.
Überspannungen gelangen über angeschlossenen Leitungen für Stromversorgung, Telefon usw. ins Gebäude.

Jede Art der Einkopplung von Überspannungen führt ohne vorhandene Überspannungsschutzgeräte in den meisten Fällen zur Zerstörung von elektronischen und elektrischen Geräten und häufig zum Totalverlust von Informationen (EDV). Die dabei entstehenden Schäden übertreffen in den meisten Fällen die Kosten für entsprechende Schutzgeräte.



22 Potentialausgleich
23 elektrischer Hausanschluss
24 Stromzähler
25 Überspannungsableiter
26 elektrische Verteileranlage
27 Potentialausgleichsleitung
28 Wasserversorgung
29 Gasversorgung
30 Öltank
31 Öltankentlüftung
32 Badewanne
33 Gaszähler
34 Wasserzähler
35 Zentralheizung
36 Dusche
37 Wasserentsorgung
38 elektronisches Gerät
39 Überspannungsfeinschutz
40 Telefonanlage


Überspannungsschutz

Schäden durch Überspannungen bei Gewitter an elektrischen Anlagen lassen sich nur durch Ziehen des Steckers vom elektrischen Netz oder dadurch vermeiden, dass neben dem äußeren Blitzschutz auch der innere Blitzschutz mit angepassten Überspannungsschutzeinrichtungen konsequent ausgeführt ist.

Gerade durch die Verwendung von Mikroprozessoren (Datenverarbeitungszentren, Mess-, Steuer-, Regeltechnik, Krankenhäuser, Flugüberwachung, usw.) sind moderne Systeme und Geräte (Kühlschränke, Lüftungsanlagen, Pumpen, Heizungsanlagen, usw.) gegen Überspannungen so empfindlich geworden, dass sie ohne Maßnahmen für den inneren Blitzschutz bereits durch Blitzeinschläge in einer Entfernung bis zu etwa einem Kilometer gestört bzw. zerstört werden können.

Normalerweise werden zum Schutz von Starkstromanlagen Ventilableiter in die Elektroverteilung eingebaut (Grobschutz).
Sind hochempfindliche elektronische Geräte und Anlagen vor Gewitterüberspannungen zu schützen, reicht dieser Grobschutz nicht aus.

Der Feinschutz filtert Überspannungen auf so niedrige Werte, dass für Mess-, Steuer- u. Regel-Anlagen, EDV-Anlagen, Heizungs-, Klima- u. Lüftungsgeräte sowie Alarmanlagen oder Computer keine Gefahr der Beschädigung besteht.


Prüfung

Nur durch ein vorschriftsmäßig installiertes Blitzschutzsystem können Schäden durch direkten oder indirekten Blitzschlag vermieden werden.

Um die einwandfreie Funktion zu gewährleisten sind wiederkehrende Wartungen der Blitzschutzanlage erforderlich.

Nach Vorgabe der gültigen Richtlinien (VDE 0185-305-3 und Beiblätter) wird durch sicht- und messtechnische Prüfung die Funktionsfähigkeit der Anlage festgestellt.


Sonderbauten

Sonderbauten werden speziell den Gegebenheiten entsprechend projektiert und geschützt.

  • Reetdachhäuser
  • Chemie- u. Lebensmittelbetriebe
  • Raffinerien
  • Containerterminals
  • Krankenhäuser
  • Schwimmbäder
  • Brücken
  • Klär- u. Müllverbrennungsanlagen usw.

Unsere jahrelange Erfahrung kommt Ihnen dabei sowohl bei der Planung als auch bei der Ausführung zu Gute.